25 Jahre UFH Göppingen

„Manchmal der Zeit ein bisschen voraus“

25 Jahre „Unternehmerfrauen im Handwerk“

Der Verband „Unternehmerfrauen im Handwerk“ (UFH) im Landkreis feiert Jubiläum. „Mehr wissen macht stark“, lautet seit 25 Jahren das Motto.

Kreis Göppingen.
„Von der mithelfenden Ehefrau zur Mitarbeiterin mit unternehmerischer Verantwortung“, so umschreibt die Vorsitzende der „Unternehmerfrauen im Handwerk“ im Landkreis Göppingen, Christine Federsel, die Entwicklung des Wirtschaftsverbandes im vergangenen Vierteljahrhundert. Federsel, seit 2011 Vorsitzende, gehört zu den Gründungsmitgliedern des Kreisverbandes, der die Belange der Frauen im Handwerk vertritt.
Wie ein roter Faden zieht sich der Gedanke, Frauen fit für ihre Aufgaben im Betrieb zu machen, durch die Geschichte der Unternehmerfrauen im Handwerk. Viele Handwerksbetriebe würden ohne Mithilfe der Ehefrau nicht über die Runden kommen, ist Federsels Überzeugung. „Oft kamen die Frauen aus ganz anderen Berufen und mussten sich als Quereinsteigerinnen mit ganz neuen Themen auseinandersetzen“, beschreibt die Vorsitzende die Situation bei der Gründung des Kreisverbandes, der damals noch als Arbeitskreis „Frauen im Handwerk“ firmierte. Meist seien die Frauen ganz auf sich gestellt gewesen, „sie abzuholen und fit zu machen, war der Urgedanke“, erklärt die Schreinermeisterin, die selbst in einem Familienbetrieb aufgewachsen ist.
Bilanzen, Steuererklärung, Arbeitsrecht, Korrespondenz, Rechnungen schreiben, eben die komplette Büroarbeit – zu einer Fülle von Themen boten die UFH in den vergangenen 25 Jahren Fortbildungsveranstaltungen an. „Dabei haben wir schon früh Trends erkannt“, sagt Federsel. Bereits 1993 habe man begriffen, wie wichtig zum Beispiel die Nachfolgeregelung im Betrieb sei und das Thema aufgegriffen. Impulse und Informationen zu geben, sei das Anliegen damals wie heute.
„Manchmal waren wir unserer Zeit auch ein bisschen voraus“, erklärt die Vorsitzende schmunzelnd und verschweigt dabei nicht, dass die Unternehmerfrauen bisweilen in den Kreishandwerkerschaften dicke Bretter bohren mussten. „Es hat auch ein bisschen Zeit gebraucht, bis man dort begriffen hat, was wir als Frauen in den Betrieben leisten.“ Nicht zuletzt habe der Verband auf Kreis-, Landes- und Bundesebene für die soziale Absicherungen der mitarbeitenden Ehefrauen ebenso gekämpft wie um die Mitsprache in den Handwerksgremien.
Das Eingebundensein in ein Netzwerk sieht Christine Federsel als einen weiteren großen Vorteil ihrer Organisation. Der Austausch, aber auch Unterstützung, um die Vielfachbelastung durch Beruf und Familie zu stemmen, sei heute so wichtig wie vor 25 Jahren, obwohl Frauen heute ganz andere Voraussetzungen mitbrächten. „Sie sind häufig besser ausgebildet als früher“, sagt Federsel. Jedoch seien auch die Themen, mit denen sie im Betrieb zu tun hätten, anspruchsvoller. Dem trage auch das Jahresprogramm der UFH Rechnung. Dort stehen Themen wie Arbeitszeugnis und Mitarbeiterbewertung, die Ausstattung von Büro-Arbeitsplätzen, aber auch wirtschaftliche oder politische Fragestellungen.
Indes plagen den Kreisverband Nachwuchssorgen. Waren es in besten Zeiten fast 90, sind es heute nur noch 48 Mitglieder. „Es könnten ruhig mehr sein“, meint Federsel. Christine Federsel möchte den Gedankenaustausch und die Anregungen, die sei bei den UFH bekomme, nicht missen. „Es ist eine gute Zeit, die man da verbringt“, die Arbeit im Team mache Spaß „und man nimmt viel Energie mit heim“.

 

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Quelle: NWZ Göppingen, Autorin: Karin Tutas-Haupt